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Europa 2026
Auf nach Kroatien

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Nach rund sieben Monaten in der Schweiz, zieht es uns wieder mit unserem Reisefahrzeug in die Ferne. Das Jahr 2026 ist in verschiedenen Hinsichten für uns ein spezielles Jahr.

Nachdem Ronis Arbeitgeber 2024 seinem Antrag auf Pensumreduktion auf 60% zugestimmt hatte (und er im Winterhalbjahr seine ganze Jahresarbeitszeit leisten kann), ist es uns nun ab diesem Jahr möglich, jeweils von April bis Oktober gemeinsam unterwegs zu sein. Wir freuen uns darüber sehr, da wir im 2025 beide festgestellt hatten, dass Trennungen über längere Zeit nicht so unser Ding sind. Und was gibt es Schöneres, als gemeinsam vogelfrei zu sein und die Welt entdecken zu dürfen?

Ich bin dankbar, dass ich die Chance des Alleinereisens im 2025 genutzt habe und mich den damit verbundenen Herausforderungen gestellt und die Komfortzone verlassen habe. Und diese Erfahrung hat uns beiden gezeigt, was wir eigentlich schon davor wussten. Die gemeinsame Reisezeit erscheint uns um ein Vielfaches erfüllender und befriedigender. Also los zu neuen Ufern!

Während Troopy in seiner Produktionsstätte, der Garage ORB in Thun, fit gemacht wurde, ging es zu Hause an die Packerei. Nachdem alles bereit war, und wie jedes Jahr, die letzten und allerletzten Dinge erledigt waren🙃, und wir uns von allen Freunden und unseren Familien gebührend verabschiedet hatten, fuhren wir am 26. April in Richtung Rheintal los. Für die erste Nacht wurden wir dort liebevoll empfangen und köstlich bewirtet (nochmals herzlichen Dank für den feinen Fisch, die regionalen Spargeln und das überraschende Dessert!!).

Durch den Kanton Graubünden und über den Ofenpass gelangten wir am nächsten Tag ins Val Müstair und von dort ins Südtirol nach Glurns, wo wir, trotz wechselhaftem Wetter und immer noch eher kühlen Temperaturen, schöne Wanderungen mit Inka unternahmen. Unser erstes Highlight an einem Morgen waren zwei Distelfinke, welche sich in der Nähe unseres Platzes niederliessen und kurz verweilten. Wie schön, solch seltene Tiere beobachten zu dürfen!

Von Glurns aus ging es durch das frühlingshafte Vinschgau (wie viele Apfelbäume kann man eigentlich haben?) über Trento nach Portogruaro. Dort fanden wir einen kleinen, unglaublich idyllischen und mit viel Liebe eingerichteten Campingplatz, wo wir unter einer beschützenden Trauerweide unsere Zelte aufschlugen und dank wärmerer Temperaturen sogar im Pool schwimmen waren. Während einer kleineren Wanderung in einem nahegelegenen Wald konnten wir Pirole sichten. Die gelben (Männchen) und grünen (Weibchen) Vögel klingen wie Papageien und sind wunderschön anzusehen.

Vorbei an Triest erreichten wir einige Tage später Portorož in Slowenien. Natürlich wollten wir unbedingt zu dem Campingplatz, wo wir schon vor Jahren einmal waren. Er liegt in der Nähe des Hafens und ist ideal als Ausgangspunkt für Spaziergänge am Meer und Ausflüge in die kleinen Städte Portorož und Piran. Nach dem Check-In richteten wir uns auf unserem Platz ein, da wir hier einige Tage verweilen wollten, obwohl das Wetter nicht sehr gut war. Ein Ausflug nach Piran entpuppte sich als schöner, als wir dachten. Das Städtchen ist wirklich sehenswert (das wussten wir bereits), aber auch das Wetter, teilweise Regen, half uns sehr. Es waren nur wenige Touristen unterwegs, und so kamen wir in den Genuss von Piran fast für uns allein, was sehr entspannt war. In einer nahegelegenen Taverne am Ortseingang belohnten wir uns für den Regenmarsch mit Thunfisch. Da Inka nicht in den Bus einsteigen durfte, mussten wir die 1,5 Stunden Hinweg wieder zu Fuss zurücklegen. Auf dem Rückweg gab es deshalb für alle drei ein Eis zur Belohnung. Wir konnten den Entscheid, keine Hunde im öffentlichen Bus zu transportieren verstehen. Erstens sind nicht alle Hundehalter erzogen und zweitens kann es schon ohne Hunde in der Hochsaison eng werden in diesen Fahrzeugen.

Zurück auf unserem Platz «werweissten» wir bereits zum wiederholten Mal, auf welchem Platz wir das letzte Mal gestanden hatten. Kontrolle via Fotomediathek ergab… Wir standen damals exakt auf dem gleichen Platz wie jetzt wieder! Glauben wir jetzt an Zufälle oder hat uns unser innerer Kompass hierher zurückgeführt, den Ort, an welchen wir wunderbare Erinnerungen haben. Spielt keine Rolle; auch dieses Mal genossen wir unseren Aufenthalt in vollen Zügen.

Immer wenn unsere innere Stimme lauter wird und sagt, lass uns weiterziehen, packen wir unsere Sachen zusammen und folgen ihr. Gut ist nur, dass wir diese Stimme jeweils beide und zur selben Zeit hören… sonst müssten wir allenfalls einen zweiten Troopy bauen lassen.

Nach einigen Tagen brachen wir deshalb auf, um Istrien zu erkunden. Wir fuhren der Küste nach über Umag und Rovinj. Schliesslich gelangten wir zu einem Vogelreservat, wo wir an einem einsamen Strand das erste Mal im Meer baden konnten. Der Weg dahin war ebenfalls nach unserem Geschmack, konnten wir doch Troopy das erste Mal so richtig einsauen 😁 (sorry Troopy, aber macht halt einfach Spass).

In Pula fuhren wir über eine Offroad-Strecke bis zum untersten Ende von Istrien und unternahmen dort eine längere Küstenwanderung. Die eindrücklichen Felsformationen, das tiefblaue Meer und dessen Wildheit faszinierten uns ungemein. Lange sassen wir auf den Felsen und schauten den Wellen zu. Die kleinen Buchten luden zum Baden ein, was wir natürlich mit Genuss annahmen. Am Abend, zurück auf dem Campingplatz, hörten wir plötzlich ein monotones Geräusch, welches sich exakt alle 4 Sekunden wiederholte. Zuerst gingen wir davon aus, dass es sich um ein technisches Gerät handelt, später fanden wir heraus, dass es sich um den Ruf einer Kleinohreule handelt. Natürlich wollten wir den Vogel nicht nur hören, sondern auch sehen, zumal er in dem Baum zu sitzen schien, unter dem wir Troopy parkiert hatten. Und tatsächlich zeigte sich die kleine Eule kurz, setzte sich auf einen Ast, plusterte ihre Federn und flog lautlos davon. Was für ein Abschluss eines eindrücklichen Tages!

Von Pula aus, machten wir auf der anderen Seite von Istrien einige Abstecher, etwas von der Küste weg, wo wir einen grünen See und einen Wasserfall besuchten. Leider war der grüne See eingezäunt, und wir mussten einen anderen Platz für unser Frühstück finden.

Unseren Übernachtungsplatz fanden wir ebenfalls im Inland inmitten der Natur. Es gab eine Feuerstelle, die wir nutzen durften. Sogar Holz war vorhanden. Das liessen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und kochten beide Abende auf dem Feuer. Und schon wieder konnten wir eine Kleinohreule sehen, welche über unsere Köpfe hinweg in der Dunkelheit verschwand.

Bevor wir Istrien verliessen, folgten wir einem Tipp, welchen wir von der Besitzerin des Naturcampingplatzes erhielten. Wir besuchten die kleinste Stadt der Welt. Über eine abenteuerlich anmutende Strecke durch schattige Wälder, den steilen Felsen entlang kamen wir nach Hum. Dort betrachteten wir die liebevoll und gekonnt renovierten Häuser, genossen bei einem Cappuccino die Aussicht über die fast endlosen bewaldeten Täler und liessen uns über die nahegelegene Produktion des bekanntesten Gins von Istrien, namens Karbun, aufklären.

Der erster Punkt auf unserer imaginären Liste von «das wollen wir unbedingt sehen» war mit der Umrundung Istriens abgeschlossen. Nebst den schönen kleinen Städten, die wir besuchten, überwältigten uns die wasserumtosten Klippen und die schier endlosen Wälder sowie die unberührt erscheinende Natur mit ihrer Pflanzenvielfalt. Gespannt reisen wir nun weiter, der kroatischen Küste entlang. Unser nächstes Ziel ist die Insel Krk. Wir werden uns mit einem weiteren Bericht melden und freuen uns sehr auf die nächsten Abenteuer in Kroatien.

Bis dann wünschen wir auch euch allen viele Abenteuer, was ihr auch tut und wo ihr auch seid.

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