
Europa 2025
Schottland, wir kommen wieder!
Und dann geht es doch etwas länger als gedacht, bis der nächste Bericht da ist. In der Zwischenzeit ist einiges passiert, doch alles der Reihe nach.
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In Schottland hatten wir uns inzwischen an das doch eher nasse und kalte Wetter gewöhnt. Die Landschaften und die vielen Tiere entschädigten uns um ein Vielfaches. Wir hatten nicht gewusst, dass die Farbe Grün in so vielen Facetten leuchten kann. Es scheint, als versuche diese Farbe die ganze Naturlandschaft, ob Felsen, Strand, Weiden und Hügel mit ihrem Zauber zu überziehen. In dieser traumhaften Umgebung unternahmen wir viele Spaziergänge und Wanderungen und konnten uns an dieser faszinierenden Farbenpracht nicht sattsehen. Die Landschaften wechseln sich ab, Klippen, das raue Meer, stille Seen und Flüsse. Oftmals konnten wir nicht widerstehen und nahmen trotz der eher kühlen Temperaturen ein erfrischendes Bad im klaren Wasser. Unvergesslich bleibt dabei Morar mit seinem Sandstrand, wo wir am frühen Morgen ins glasklare Meer eingetaucht sind.
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Die Fahrt nach Skye gestaltete sich etwas stürmisch. Der Regen, unser wohlbekannter Begleiter, schlug erbarmungslos zu. Gepaart mit einem stürmischen Wind sorgte er dafür, dass wir mit unserem Troopy fast von der Strasse geschwemmt wurden. Die Sicht war gleich null und zu Fuss wären wir wohl schneller (allerdings nicht trockener…) gewesen. Doch schon bald stellte sich wieder schönes Wetter ein.
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Der Regen hinterliess allerdings seine Spuren… So überquerten wir einen kleinen Fluss, welcher sich in einen reissenden Strom verwandelt hatte. In solchen Momenten wird einem vor Augen geführt, wie gewaltig die Natur sein kann. Irgendwie hatten wir in Schottland das Gefühl, nicht nur näher an ihr zu sein, sondern permanent mittendrin. Aufregend, spannend und manchmal auch herausfordernd. Zum Beispiel Midges: Wir hatten eines Abends die glorreiche Idee, unser Abendlager in einem kleinen Wäldchen aufzuschlagen. Nach einem sehr schönen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt kehrten wir zurück und wollten unser Abendessen zubereiten. Aufgrund von Heerscharen von kleinen fiesen Mücken, eben Midges, welche in jede erdenkliche Öffnung fliegen und sogar in den Haaren stechen, liessen wir von unserem Vorhaben ab. Nachdem wir alles Midges-dicht abgeriegelt hatten, ging es darum, die kleinen Plagegeister aus dem Auto zu vertreiben. Dies liess sich relativ leicht bewerkstelligen, da sie sich jeweils an der Scheibe sammelten, wir die Scheibe öffnen und alle in Freiheit entlassen konnten. Leider waren sie nicht sehr lernfähig und flogen beim nächsten Mal einfach wieder rein…
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Nach der Umrundung der Isle of Skye und einem Besuch einer Whisky-Distillery verliessen wir dieses wunderschöne, aber doch sehr touristische Gebiet und begaben uns weiter in die Highlands um Inverness und Thurso. In Thurso erwartete uns ein spezielles Highlight. Wir waren auf der Suche nach Puffins (Papageientaucher), welche um diese Jahreszeit in Erdhöhlen an den Klippen ihren Nachwuchs aufziehen. Und unsere stundenlange Sucherei und das Bemühen um Fotos von den süssen Vögeln wurden belohnt. Dafür verbrachten wir Stunden den Klippen entlang, mit Feldstecher spähend und anschliessend bei einem Fund mit Fotoapparat möglichst das schönste Bild einfangend. Inka suchte ebenfalls und fand und starrte… in die andere Richtung… wo es Schafe gab. Es waren also alle beschäftigt und am Ende des Tages müde, durchgefroren und glücklich.
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​Puffins, oder eben Papageientaucher gehören zu den Alkenvögel, brüten im Nordatlantik und im westlichen Nordpolarmeer und werden als gefährdet eingestuft. Die meisten Paare lebten bereits in der Vorsaison zusammen. Die putzigen Vögel sind oft auf den Partner wartend vor den Höhlen anzutreffen, wo sie, so scheint es zumindest, durchaus für den Fotografen posieren. Wir hatten das Glück einige dieser Vögel über einen längeren Zeitraum in verschiedenen Positionen beobachten zu dürfen. Wir haben sie mit ihren orangen Schnäbeln und ihrer knuffigen Gestalt sofort ins Herz geschlossen.
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Schottland haben wir wirklich sehr geliebt, zugegeben, das Wetter vielleicht etwas weniger, aber die Natur und die reiche Tierwelt umso mehr. Wir sind sehr dankbar, dass wir all diese Momente erleben durften; und nicht nur erleben, dass wir diese auch geniessen konnten, dass wir erkennen durften, welch Geschenk es ist, auf dieser Erde zu sein, die Natur zu entdecken und wertzuschätzen, was wir in dieser Zeit auf Reisen alles mitnehmen durften. Schottland, wir kommen sicher wieder!​​​
Schottland

























